Prepaid-SIM für Touristen in Deutschland kaufen
Für Gäste, Austauschstudierende und Neuankömmlinge: Kauf einer deutschen Prepaid-Karte, Ausweisprüfung mit Reisepass, Aktivierung und die Alternativen Roaming und Reise-eSIM.
Als Gast in Deutschland bekommen Sie eine Prepaid-SIM im Shop eines Mobilfunkanbieters, in Elektronikmärkten, in vielen Supermärkten und Drogerien sowie online. Bevor die Karte funktioniert, muss Ihre Identität mit einem gültigen Ausweisdokument geprüft werden, meist mit dem Reisepass. Am schnellsten klappt das, wenn Sie die Karte direkt in einem Shop des Anbieters freischalten lassen. Kommen Sie aus einem EU-Land, brauchen Sie oft gar keine deutsche Karte, weil Ihr eigener Tarif per EU-Roaming funktioniert.
Den Überblick über Roaming, Fair Use und Drittländer finden Sie im Bereich Prepaid im Ausland. Dieser Artikel richtet sich an Touristen, Austauschstudierende, Saisonkräfte und alle, die neu in Deutschland sind.
Brauchen Sie überhaupt eine deutsche SIM?
| Ihre Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Sie kommen aus einem EU-Land, Island, Liechtenstein oder Norwegen und bleiben kurz | eigenen Tarif mit EU-Roaming nutzen |
| Sie kommen aus einem Land außerhalb der EU und bleiben einige Tage | Reise-eSIM für Daten oder deutsche Prepaid-Karte |
| Sie brauchen eine deutsche Rufnummer, etwa für Arbeit, Wohnungssuche oder Arzttermine | deutsche Prepaid-Karte |
| Sie bleiben mehrere Monate oder ziehen nach Deutschland | deutsche Prepaid-Karte, später eventuell anderer Tarif |
| Sie reisen von Deutschland aus in weitere EU-Länder | deutsche Prepaid-Karte deckt die EU per Roaming mit ab |
Gäste aus der EU sollten dabei die Fair-Use-Regeln kennen: Wer sich dauerhaft in einem anderen EU-Land aufhält und dort überwiegend den heimischen Tarif nutzt, muss nach einer Warnung des Anbieters mit Aufschlägen rechnen. Für längere Aufenthalte lohnt sich deshalb eine deutsche Karte.
Wo Sie eine Prepaid-Karte kaufen
Shops der Mobilfunkanbieter. Hier bekommen Sie Karte und Aktivierung aus einer Hand. Die Mitarbeitenden prüfen Ihren Pass vor Ort und schalten die Karte frei. Für Gäste ist das meist der einfachste Weg, weil Sie keine Video-Prüfung auf Deutsch durchlaufen müssen.
Elektronikmärkte und Mobilfunkhändler. Sie führen Starterpakete mehrerer Marken. Manche Händler bieten die Aktivierung vor Ort an, bei anderen aktivieren Sie die Karte selbst.
Supermärkte, Discounter, Drogerien und Tankstellen. Dort gibt es Starterpakete an der Kasse oder im Regal. Die Aktivierung erledigen Sie danach selbst, meist per Video-Ident oder in der App.
Online und per App. Viele Marken verkaufen Karten online oder als eSIM in der App. Das funktioniert, wenn Ihr Dokument im Online-Verfahren akzeptiert wird und die Karte an eine Adresse geliefert werden kann. Eine eSIM ist oft am selben Tag nutzbar.
Kaufen Sie keine bereits aktivierten Karten von Privatpersonen oder auf Online-Marktplätzen. Solche Karten sind auf eine fremde Person registriert und können jederzeit gesperrt werden. Hintergründe stehen im Artikel Prepaid-Karte ohne Ausweis?.
Welche Dokumente Sie brauchen
- einen gültigen Reisepass, unabhängig vom Herkunftsland
- oder einen Personalausweis aus einem EU-Staat, sofern der Anbieter und das Verfahren ihn akzeptieren
- bei längeren Aufenthalten gegebenenfalls einen Aufenthaltstitel
- eine Anschrift für die Registrierung, je nach Anbieter
Abgelaufene Dokumente, Führerscheine und Studierendenausweise reichen nicht. Nicht jedes Video-Ident-Verfahren kann jeden ausländischen Pass prüfen. Wenn die Online-Prüfung scheitert, ist der Shop oder eine Prüfung in einer Postfiliale die Alternative. Welche Verfahren es gibt, beschreibt der Bereich Prepaid-Karte kaufen und aktivieren.
Aktivierung Schritt für Schritt
Wenn Sie die Karte nicht im Shop aktivieren lassen, gehen Sie so vor:
- Prüfen Sie, ob Ihr Smartphone für andere Anbieter entsperrt ist. Geräte, die mit einem Vertrag im Heimatland gekauft wurden, sind manchmal gesperrt.
- Verbinden Sie das Smartphone mit einem WLAN, zum Beispiel in der Unterkunft. Die neue Karte hat vor der Freischaltung noch kein Internet.
- Öffnen Sie die Aktivierungsseite oder App des Anbieters. Viele Marken bieten die Aktivierung auch auf Englisch an, nicht alle in weiteren Sprachen.
- Geben Sie die Kartennummer aus dem Starterpaket und Ihre Daten genau so ein, wie sie im Pass stehen.
- Wählen Sie das Prüfverfahren, meist Video-Ident. Halten Sie den Pass nach Anweisung in die Kamera.
- Laden Sie Guthaben auf und buchen Sie ein Paket mit Datenvolumen.
- Legen Sie die Karte ein und starten Sie das Gerät neu.
Nach erfolgreicher Prüfung ist die Karte meist innerhalb von Minuten bis einigen Stunden aktiv.
Guthaben aufladen als Gast
Ausländische Zahlungskarten werden nicht von jedem Anbieter angenommen. Für Gäste besonders praktisch sind Guthabenkarten, die es an der Kasse in Supermärkten, Drogerien und Tankstellen gibt. Sie bezahlen bar oder mit Karte und bekommen einen Code, den Sie in der App oder per Kurzwahl eingeben. Achten Sie darauf, dass die Guthabenkarte zur Marke Ihrer SIM passt.
Datenvolumen und Pakete wählen
Für einen Urlaub reicht oft ein kleines oder mittleres Datenpaket, wenn Sie Karten und Tickets im WLAN herunterladen. Wer viel navigiert, Videos schaut oder unterwegs arbeitet, braucht mehr. Viele Pakete laufen vier Wochen und verlängern sich automatisch, solange genug Guthaben vorhanden ist. Wenn Sie abreisen, lassen Sie das Guthaben einfach aufbrauchen oder kündigen die Karte. Ob Restguthaben ausgezahlt werden kann, richtet sich nach den Bedingungen des Anbieters.
Reise-eSIM als Alternative
Reise-eSIMs bieten Datenpakete für ein Land oder eine Region und lassen sich oft schon vor der Abreise kaufen. Sie liefern in der Regel keine deutsche Rufnummer, nur mobiles Internet. Mit einem Dual-SIM-Smartphone bleibt Ihre eigene Nummer daneben erreichbar. Wie eSIMs funktionieren und wie Sie zwei Profile in einem Gerät nutzen, steht im Bereich eSIM mit Prepaid.
- Für kurze Reisen ohne deutsche Nummer ist eine Reise-eSIM oft am bequemsten.
- Für längere Aufenthalte und alles, was eine deutsche Nummer braucht, ist eine deutsche Prepaid-Karte besser.
- Schalten Sie das Datenroaming Ihrer Heimatkarte ab, damit sie nicht parallel teure Daten verbraucht.
Gäste aus der Schweiz und dem Vereinigten Königreich
Die EU-Roamingregeln gelten für Tarife aus der EU sowie aus Island, Liechtenstein und Norwegen. Tarife aus der Schweiz und dem Vereinigten Königreich fallen nicht automatisch darunter. Manche Anbieter aus diesen Ländern schließen Deutschland freiwillig in ihre Pakete ein, andere berechnen Roaming nach eigenen Preisen. Prüfen Sie das vor der Reise. Ist Roaming teuer, lohnt sich auch für einen kurzen Aufenthalt eine deutsche Prepaid-Karte oder eine Reise-eSIM.
Bei der Abreise
Wenn Sie Deutschland verlassen, haben Sie zwei Möglichkeiten:
- Karte behalten. Das lohnt sich, wenn Sie wiederkommen oder die deutsche Nummer für Konten und Kontakte brauchen. Beachten Sie, dass manche Anbieter Karten nach längerer Inaktivität kündigen. Die Fristen stehen in den Geschäftsbedingungen.
- Karte kündigen. Bei vielen Prepaid-Tarifen geht das ohne Mindestlaufzeit, oft im Kundenkonto. Schalten Sie vorher eine eventuell eingerichtete automatische Aufladung ab.
Verschenken oder verkaufen Sie eine auf Sie registrierte Karte nicht an andere Personen. Sie bleiben Vertragspartner und sind für die Nutzung verantwortlich.
Typische Stolpersteine
- Das Smartphone ist für einen Anbieter im Heimatland gesperrt und nimmt die deutsche Karte nicht an.
- Der Name im Pass ist anders geschrieben als bei der Registrierung eingegeben, etwa bei Sonderzeichen oder mehreren Vornamen.
- Die Video-Prüfung bricht ab, weil das Licht schlecht ist oder das WLAN schwach.
- Die ausländische Zahlungskarte wird für die Aufladung abgelehnt. Eine Guthabenkarte aus dem Handel hilft.
- Das gebuchte Paket verlängert sich automatisch weiter, obwohl Sie schon abgereist sind.
Nützliche Hinweise für den Alltag
Die europaweite Notrufnummer 112 funktioniert in Deutschland mit jeder SIM und auch ohne Guthaben. Der Polizeinotruf ist die 110. Notieren Sie sich außerdem die Hotline Ihres Anbieters, falls die Karte verloren geht. Wer länger bleibt, kann die Karte später behalten und seine Nummer bei einem Anbieterwechsel mitnehmen.
Häufige Fragen
Kann ich als Tourist eine Prepaid-Karte ohne Reisepass kaufen?
Kaufen schon, aktivieren nicht. Jede Prepaid-SIM wird in Deutschland erst nach einer Identitätsprüfung freigeschaltet. Dafür brauchen Gäste in der Regel einen gültigen Reisepass oder einen anerkannten Personalausweis aus einem EU-Staat.
Brauche ich eine deutsche Adresse?
Anbieter fragen bei der Registrierung eine Anschrift ab. Ob eine Adresse im Ausland, die Unterkunft in Deutschland oder eine andere Angabe akzeptiert wird, ist je nach Anbieter verschieden. Fragen Sie im Shop nach, welche Angaben dort möglich sind.
Funktioniert eine deutsche Prepaid-Karte auch in anderen EU-Ländern?
Ja, für Reisen gilt Roam like at home. Innerhalb der EU sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen nutzen Sie den Tarif zu Inlandskonditionen, beim Datenvolumen kann eine Fair-Use-Grenze gelten.
Ist eine Reise-eSIM eine Alternative?
Für kurze Aufenthalte oft ja. Reise-eSIMs liefern meist nur mobile Daten, keine deutsche Rufnummer. Für Messenger, Navigation und Internet reicht das. Wer eine deutsche Nummer braucht, etwa für Termine oder Behörden, sollte eine deutsche Prepaid-Karte nehmen.
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