Ratgeber

Prepaid-Anbieter und Netze in Deutschland im Überblick

Netzbetreiber, Discounter und Zweitmarken: wer welches Netz nutzt, was sich wirklich unterscheidet und wie Sie die Netzqualität vor Ort prüfen.

Wer in den 2000er-Jahren eine günstige Prepaid-Karte suchte, kannte Namen wie simyo, klarmobil, blau.de oder BASE. Damals entstanden die ersten Discount-Marken, die Mobilfunk ohne Grundgebühr und ohne Vertrag anboten. Viele dieser Marken gibt es heute nicht mehr oder sie gehören inzwischen zu einem der großen Konzerne. Das Prinzip ist aber geblieben: Wenige Unternehmen betreiben die Netze, viele Marken verkaufen Tarife darin.

Netzbetreiber, Marken und Wiederverkäufer

Der deutsche Mobilfunkmarkt hat drei Ebenen:

Ebene Was sie tut Beispiele
Netzbetreiber betreibt Sendemasten und Kernnetz Telekom, Vodafone, Telefónica (O2), 1&1 (im Aufbau)
Zweit- und Discount-Marken eigene Tarife im Netz des Konzerns Marken der Netzbetreiber, oft günstiger und schlanker im Service
Wiederverkäufer (Service-Provider, MVNO) mieten Netzkapazität und verkaufen eigene Tarife Supermarkt- und Elektronikmarkt-Tarife, Online-Marken

Für Sie als Kunde heißt das: Eine Supermarkt-SIM und ein Tarif direkt beim Netzbetreiber können über dieselben Sendemasten laufen. Unterschiede entstehen durch Vereinbarungen, die der Wiederverkäufer mit dem Netzbetreiber trifft, etwa zur maximalen Geschwindigkeit oder zu Zusatzfunktionen.

Die Netze im Überblick

Telekom. Das Netz der Deutschen Telekom gilt in unabhängigen Netztests seit Jahren als eines der stärksten, besonders bei der Fläche. Zahlreiche Prepaid-Marken nutzen es, darunter congstar als Tochter der Telekom.

Vodafone. Vodafone betreibt ein eigenes bundesweites Netz. Auch hier gibt es Zweitmarken und Wiederverkäufer, etwa Lidl Connect.

Telefónica (O2). Das O2-Netz entstand unter anderem aus der Fusion mit E-Plus, zu der früher auch BASE und simyo gehörten. Viele Discounter-Tarife laufen hier, darunter ALDI TALK.

1&1. 1&1 baut seit einigen Jahren ein eigenes Mobilfunknetz auf. Wo es noch keine eigene Versorgung gibt, nutzen Kundinnen und Kunden ein Partnernetz per National Roaming.

Die Zuordnung einzelner Marken zu Netzen kann sich ändern, wenn Verträge zwischen Wiederverkäufern und Netzbetreibern auslaufen. Prüfen Sie die aktuelle Angabe deshalb in der Leistungsbeschreibung des Tarifs.

Was sich zwischen Anbietern wirklich unterscheidet

Wenn das Netz gleich ist, bleiben diese Punkte für den Vergleich:

  • Maximale Geschwindigkeit: Manche Tarife sind auf eine niedrigere Bandbreite begrenzt als das Netz technisch erlaubt.
  • 5G-Zugang: nicht jede Marke gibt 5G für Prepaid frei.
  • VoLTE und WLAN-Call: wichtig für guten Empfang in Gebäuden und schnelle Verbindungsaufbauten.
  • eSIM: ob eine eSIM angeboten wird und was ein Profilwechsel kostet. Mehr unter eSIM mit Prepaid.
  • Aufladewege: Codes im Handel, App, Überweisung, Komfortaufladung. Mehr unter Guthaben aufladen.
  • Service: Hotline, Chat, Filialen oder nur App und E-Mail.
  • Roaming-Bedingungen: Datenvolumen im EU-Ausland und Preise außerhalb der EU.

Netzqualität vor Ort prüfen

Netzabdeckungskarten der Betreiber zeigen, wo ein Netz grundsätzlich verfügbar ist. Sie sagen aber wenig darüber, wie gut der Empfang in Ihrer Wohnung, im Büro oder auf Ihrer Pendelstrecke wirklich ist. Bewährt haben sich diese Wege:

  1. Schauen Sie auf die Karte des Netzbetreibers für Ihre Adresse, Ihren Arbeitsort und häufige Strecken.
  2. Fragen Sie im Umfeld, welches Netz andere nutzen und wie zufrieden sie sind.
  3. Nutzen Sie die Breitbandmessung der Bundesnetzagentur, die auch Funklöcher sammelt.
  4. Testen Sie eine günstige Prepaid-Karte einige Tage im Zweitslot Ihres Smartphones, bevor Sie Ihre Hauptnummer umziehen.

Ein Test mit einer Zweitkarte ist dank Dual-SIM heute einfach, siehe eSIM mit Prepaid. Bedenken Sie aber, dass auch jede Test-SIM per Ausweis aktiviert werden muss. Wie das funktioniert, steht unter Prepaid-Karte aktivieren.

Warum wir keine Rangliste veröffentlichen

Netztests, Preise und Tarifdetails ändern sich ständig. Eine Rangliste mit Preisen wäre nach wenigen Wochen veraltet. Wir erklären stattdessen, worauf es ankommt, damit Sie die aktuellen Angebote selbst einordnen können. prepaido.de verkauft keine Tarife und erhält von keinem Netzbetreiber Geld für eine bessere Darstellung.

Wechsel zwischen Netzen

Wenn Sie mit Ihrem Netz unzufrieden sind, können Sie den Anbieter wechseln und die Nummer behalten. Die Mitnahme ist für Verbraucherinnen und Verbraucher kostenlos. Ablauf, Fristen und Fallstricke beschreibt der Bereich Rufnummernmitnahme.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Ist ein Discounter-Tarif schlechter als ein Tarif direkt beim Netzbetreiber?

Nicht automatisch. Discount-Marken nutzen dieselben Sendemasten. Unterschiede kann es bei der maximalen Geschwindigkeit, beim Zugang zu 5G, bei VoLTE, WLAN-Call und beim Kundenservice geben.

Wie finde ich heraus, welches Netz bei mir am besten ist?

Die Netzbetreiber veröffentlichen Netzabdeckungskarten. Aussagekräftiger ist ein Test im Alltag: Fragen Sie Nachbarn oder Kollegen, welches Netz sie nutzen, oder testen Sie eine günstige Prepaid-Karte einige Tage an Ihren wichtigsten Orten.

Kann ich mit meiner Nummer das Netz wechseln?

Ja. Bei einem Anbieterwechsel nehmen Sie Ihre Rufnummer mit, auch wenn der neue Anbieter ein anderes Netz nutzt. Die Vorwahl wie 0151 oder 0176 sagt deshalb nichts mehr über das aktuelle Netz aus.

Zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie der Redaktion.