Ratgeber

eSIM mit Prepaid: Einrichtung, Wechsel, Dual-SIM

Wie die eingebaute SIM funktioniert, wie Sie ein Prepaid-Profil auf iPhone und Android einrichten und wann Dual-SIM mit eSIM sinnvoll ist.

Die eSIM ersetzt die kleine Plastikkarte durch einen Chip, der fest im Gerät verbaut ist. Statt eine Karte einzulegen, laden Sie ein digitales Profil Ihres Anbieters auf das Smartphone. Für Prepaid-Kunden bringt das vor allem zwei Vorteile: Die Aktivierung kann ganz ohne Postversand klappen, und eine zweite Nummer lässt sich ohne zweiten Kartenschacht einrichten.

So funktioniert die eSIM

Technisch speichert der eSIM-Chip ein oder mehrere Tarifprofile. Jedes Profil entspricht einer SIM-Karte mit eigener Nummer. Wie viele Profile gespeichert und wie viele gleichzeitig aktiv sein können, hängt vom Gerät ab. Für den Anbieter ist die eSIM eine normale SIM: Tarif, Guthaben, Aufladung und Rufnummer funktionieren genauso wie bei einer Plastikkarte.

Voraussetzungen

  • Ein eSIM-fähiges Smartphone, Tablet oder eine Smartwatch, die nicht für einen Anbieter gesperrt ist.
  • Ein Prepaid-Tarif, für den der Anbieter eine eSIM anbietet.
  • Eine erfolgreiche Identifizierung per Ausweis, wie bei jeder Prepaid-SIM. Ablauf siehe Prepaid-Karte aktivieren.
  • Eine Internetverbindung per WLAN für den Download des Profils.

Einrichtung per QR-Code oder App

Je nach Anbieter bekommen Sie einen QR-Code per Post oder E-Mail, oder die App richtet die eSIM direkt auf dem Gerät ein. Der Ablauf per QR-Code sieht so aus:

  1. Verbinden Sie das Smartphone mit einem WLAN.
  2. Öffnen Sie auf dem iPhone „Einstellungen“, dann „Mobilfunk“ und „eSIM hinzufügen“. Auf Android finden Sie die Funktion meist unter „Verbindungen“ oder „Netzwerk und Internet“, dann „SIM-Karten“ und „eSIM hinzufügen“.
  3. Scannen Sie den QR-Code oder geben Sie den Aktivierungscode manuell ein.
  4. Vergeben Sie einen Namen für das Profil, etwa „Prepaid“ oder „Privat“.
  5. Legen Sie fest, welche Nummer für Anrufe, SMS und mobile Daten standardmäßig genutzt wird.
  6. Starten Sie das Gerät neu, wenn noch kein Netz angezeigt wird.

Ein QR-Code für eine eSIM lässt sich bei vielen Anbietern nur einmal verwenden. Löschen Sie ein Profil deshalb nicht leichtfertig, sonst müssen Sie beim Anbieter ein neues anfordern.

Die genauen Menüpunkte unterscheiden sich zwischen Herstellern und Systemversionen. Wenn ein Schritt nicht passt, hilft die Suchfunktion in den Einstellungen mit dem Begriff „eSIM“.

Dual-SIM: zwei Nummern in einem Gerät

Viele Smartphones kombinieren eine physische SIM und eine eSIM oder zwei eSIMs. Typische Anwendungen sind:

  • Privat und Beruf auf einem Gerät, mit getrennten Nummern.
  • Prepaid als Datenkarte neben einem Vertrag, etwa weil ein Prepaid-Paket mehr Volumen bietet.
  • Netz-Backup, wenn Sie in Gegenden mit Funklöchern unterwegs sind und ein zweites Netz als Reserve nutzen wollen.
  • Reise-eSIM im Ausland, während Ihre deutsche Nummer erreichbar bleibt. Mehr dazu unter Prepaid im Ausland.

Legen Sie in den Einstellungen fest, welche Karte für mobile Daten zuständig ist. Sonst kann es passieren, dass ungewollt die falsche Karte Datenvolumen verbraucht.

eSIM beim Handywechsel

Beim Wechsel auf ein neues Gerät ist die eSIM etwas aufwendiger als eine Plastikkarte. Es gibt drei übliche Wege:

  1. Übertragung beim Einrichten: Einige Hersteller bieten an, die eSIM direkt vom alten auf das neue Gerät zu übertragen, sofern der Anbieter das unterstützt.
  2. Neues Profil im Kundenkonto: Sie fordern online einen neuen QR-Code an und scannen ihn auf dem neuen Gerät.
  3. Über den Kundenservice: Wenn beides nicht klappt, hilft der Service. Manche Anbieter verlangen dafür eine erneute Identifizierung.

Löschen Sie die eSIM auf dem alten Gerät erst, wenn die Nummer auf dem neuen funktioniert. Bevor Sie das alte Handy verkaufen, entfernen Sie alle Profile und setzen das Gerät zurück.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Vorteile Nachteile
kein Warten auf die Post, Aktivierung oft am selben Tag Gerätewechsel braucht ein neues Profil oder eine Übertragung
zweite Nummer ohne zweiten Kartenschacht nicht jede Prepaid-Marke bietet eSIM an
Karte kann nicht herausfallen oder verloren gehen Profiltausch kann je nach Anbieter Gebühren kosten
mehrere Profile speicherbar, etwa für Reisen bei defektem Gerät kein schnelles Umstecken

eSIM und Rufnummernmitnahme

Sie können Ihre bisherige Nummer auch auf eine eSIM mitnehmen. Der Ablauf ist derselbe wie bei einer Plastikkarte: Sie beantragen die Mitnahme beim neuen Anbieter, der alte gibt die Nummer frei. Die Details stehen im Bereich Rufnummernmitnahme.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Welche Smartphones unterstützen eine eSIM?

Die meisten aktuellen iPhones und viele Android-Smartphones der mittleren und oberen Preisklasse. Ob Ihr Gerät eine eSIM kann, sehen Sie in den Einstellungen unter Mobilfunk oder SIM-Karten. Prüfen Sie außerdem, ob das Gerät nicht für einen bestimmten Anbieter gesperrt ist.

Kostet eine eSIM bei Prepaid extra?

Das ist je nach Marke verschieden. Manche bieten die eSIM ohne Aufpreis an, andere berechnen eine Gebühr für die erste Bereitstellung oder für einen späteren Profiltausch. Die Preisliste des Anbieters gibt Auskunft.

Was passiert mit der eSIM, wenn ich ein neues Handy kaufe?

Das Profil muss auf das neue Gerät übertragen werden. Je nach Anbieter und Hersteller geht das direkt beim Einrichten des neuen Smartphones oder Sie fordern im Kundenkonto ein neues Profil an. Löschen Sie die eSIM auf dem alten Gerät erst, wenn sie auf dem neuen läuft.

Kann ich von einer Plastik-SIM auf eine eSIM wechseln?

Ja, bei Anbietern mit eSIM-Angebot meist im Kundenkonto oder über den Service. Ihre Nummer und Ihr Guthaben bleiben dabei erhalten, die alte Karte wird deaktiviert.

Zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie der Redaktion.