Rufnummer von Prepaid zu Prepaid mitnehmen: Kosten und Dauer
Kostenlos, ohne Kündigungsfrist und meist in wenigen Tagen: So nehmen Sie Ihre Nummer von einer Prepaid-Marke zur nächsten mit, ohne Guthaben oder Erreichbarkeit zu verlieren.
Ihre Nummer von einer Prepaid-Marke zur nächsten mitzunehmen kostet Sie nichts und dauert in der Regel nur wenige Werktage. Sie geben beim alten Anbieter die Freigabe zur Portierung, beauftragen den neuen Anbieter und warten auf den Wechseltermin. Das größte Risiko ist nicht die Technik, sondern Restguthaben, das auf der alten Karte liegen bleibt, und Daten, die bei altem und neuem Anbieter nicht übereinstimmen.
Den allgemeinen Ablauf, auch für Laufzeitverträge, beschreibt der Bereich Rufnummernmitnahme. Hier geht es um die Besonderheiten beim Wechsel zwischen zwei Prepaid-Tarifen.
Was der Wechsel kostet
Seit dem 1. Dezember 2021 ist die Rufnummernmitnahme für Verbraucher kostenlos. Das gilt für den alten wie für den neuen Anbieter. Ältere Angaben über Portierungsgebühren in Foren oder Preislisten sind für Privatkunden überholt.
Kosten können trotzdem indirekt entstehen:
- Neue SIM-Karte: Starterpakete oder eSIM-Profile beim neuen Anbieter kosten je nach Marke etwas, oft mit Startguthaben verrechnet.
- Restguthaben: Guthaben auf der alten Karte verfällt nicht, wird aber nicht automatisch übertragen. Sie müssen es zurückfordern.
- Doppelte Paketkosten: Verlängert sich das alte Paket kurz vor dem Wechseltermin noch einmal, haben Sie für einige Tage doppelt bezahlt.
Wie lange es dauert
Die Gesamtdauer setzt sich aus drei Teilen zusammen: Ihrer Freigabe beim alten Anbieter, der Bearbeitung durch beide Anbieter und dem eigentlichen Wechseltag. Weil Prepaid keine Mindestlaufzeit hat, entfällt das Warten auf ein Vertragsende.
| Phase | Was passiert | Typische Dauer |
|---|---|---|
| Freigabe beim alten Anbieter | Verzichtserklärung oder Portierungsfreigabe im Kundenkonto, per App oder Formular | sofort bis wenige Tage |
| Auftrag beim neuen Anbieter | neue Karte bestellen, Rufnummernmitnahme angeben, Identifizierung | ein bis einige Tage, je nach Versand |
| Abstimmung der Anbieter | Abgleich von Name, Geburtsdatum und Rufnummer | einige Werktage |
| Wechseltag | die Nummer zieht ins neue Netz um | meist wenige Stunden |
Insgesamt sind wenige Werktage bis etwa zwei Wochen üblich. Am Wechseltag selbst darf die Unterbrechung nach dem Telekommunikationsgesetz nicht länger als einen Tag dauern. Dauert sie länger, können Ihnen Entschädigungen zustehen.
Schritt für Schritt von Prepaid zu Prepaid
- Zugangsdaten zusammensuchen. Sie brauchen Rufnummer, Kundennummer und die Daten, mit denen die alte Karte registriert ist. Sehen Sie im Kundenkonto nach, wie Ihr Name dort genau geschrieben ist.
- Restguthaben prüfen. Verbrauchen Sie das Guthaben möglichst vorher oder notieren Sie den Stand für den Auszahlungsantrag. Was Sie verlangen können, steht im Bereich Guthaben aufladen.
- Komfortaufladung abschalten. Sonst lädt der alte Anbieter kurz vor dem Wechsel womöglich noch einmal auf.
- Freigabe beim alten Anbieter erteilen. Bei Prepaid heißt das meist Verzichtserklärung oder Portierungsfreigabe. Manche Marken verlangen dafür eine Kündigung mit Rufnummernmitnahme.
- Neuen Tarif bestellen. Geben Sie bei der Bestellung an, dass Sie Ihre Nummer mitbringen, und tragen Sie die Daten exakt wie beim alten Anbieter ein.
- Neue Karte identifizieren. Die neue SIM oder eSIM muss wie jede Prepaid-Karte per Ausweis freigeschaltet werden. Wie das funktioniert, erklärt der Bereich Prepaid-Karte aktivieren.
- Wechseltermin abwarten. Der neue Anbieter teilt Ihnen den Termin mit. Bis dahin funktioniert die alte Karte normal.
- Am Wechseltag umstecken. Sobald die alte Karte kein Netz mehr hat, legen Sie die neue ein oder aktivieren die eSIM.
Häufigster Grund für eine abgelehnte Portierung sind abweichende Daten: ein zweiter Vorname, ein Tippfehler im Geburtsdatum oder eine Karte, die auf ein Familienmitglied registriert ist. Gleichen Sie die Angaben vor der Bestellung ab.
Den richtigen Zeitpunkt wählen
Weil Prepaid-Pakete in festen Zeiträumen laufen, lohnt sich ein Blick auf den nächsten Verlängerungstermin. Ideal ist ein Wechseltermin kurz vor dem Stichtag des alten Pakets. Dann haben Sie das bezahlte Volumen weitgehend genutzt und zahlen nicht für einen Zeitraum, den Sie kaum noch brauchen.
- Sehen Sie im Kundenkonto nach, wann sich das alte Paket das nächste Mal verlängert.
- Rechnen Sie von diesem Datum etwa ein bis zwei Wochen zurück und erteilen Sie dann die Freigabe und bestellen den neuen Tarif.
- Laden Sie beim alten Anbieter kein Guthaben mehr auf, wenn das vorhandene bis zum Wechsel reicht.
- Verschiebt sich der Termin, sorgen Sie dafür, dass genug Guthaben für eine letzte Verlängerung da ist, damit Sie bis zum Wechsel erreichbar bleiben.
Manche Anbieter bieten bei der Bestellung einen Wunschtermin für die Portierung an. Nutzen Sie ihn, wenn Sie den Wechsel auf ein bestimmtes Datum legen wollen, etwa auf einen Tag ohne wichtige Termine oder Überweisungen.
Die Verzichtserklärung bei Prepaid
Bei Laufzeitverträgen kündigen Sie meist mit dem Wunsch nach Rufnummernmitnahme. Bei Prepaid-Tarifen ist der übliche Weg eine Verzichtserklärung, mit der Sie dem alten Anbieter mitteilen, dass die Nummer zu einem anderen Anbieter wechselt. Viele Marken bieten dafür eine Funktion im Kundenkonto an, andere ein Formular zum Herunterladen oder eine Freigabe über die Hotline.
- Erteilen Sie die Freigabe erst, wenn Sie den neuen Tarif gewählt haben, aber ohne lange zu warten.
- Bewahren Sie die Bestätigung des alten Anbieters auf.
- Wenn Sie zusätzlich kündigen müssen, achten Sie darauf, dass in der Kündigung ausdrücklich die Rufnummernmitnahme steht.
- Kündigen Sie nie ohne Mitnahmewunsch, wenn Sie die Nummer behalten wollen. Eine gekündigte Nummer kann nach einiger Zeit neu vergeben werden.
Was mit dem Guthaben passiert
Guthaben wandert bei der Portierung nicht mit. Nach dem Wechseltag schaltet der alte Anbieter die Karte ab, das Guthaben bleibt auf dem alten Konto. Sie haben zwei Möglichkeiten:
- Vorher verbrauchen: Planen Sie so, dass das letzte Paket kurz vor dem Wechsel ausläuft, und laden Sie nicht mehr auf, als Sie bis dahin brauchen.
- Auszahlung beantragen: Fordern Sie das selbst eingezahlte Restguthaben mit Angabe Ihrer Bankverbindung zurück, am besten zusammen mit der Verzichtserklärung. Start- und Bonusguthaben zahlen Anbieter meist nicht aus.
Ein Wechsel zwischen Marken desselben Unternehmens kann anders ablaufen, manchmal als Tarifwechsel statt als Portierung. Fragen Sie in diesem Fall nach, ob das Guthaben übertragen werden kann.
Bewahren Sie nach dem Wechsel die Zugangsdaten zum alten Kundenkonto noch einige Zeit auf. Dort finden Sie den letzten Kontostand und den Stand Ihres Auszahlungsantrags. Kommt die Erstattung nicht, haken Sie mit einer kurzen schriftlichen Erinnerung und einer Frist nach.
Typische Stolpersteine
- SMS-Codes am Wechseltag: Banking und Konten mit Zwei-Faktor-Anmeldung per SMS sind für einige Stunden nicht erreichbar. Legen Sie den Wechsel nicht vor wichtige Zahlungen.
- Netzsperre am Gerät: Ein Smartphone mit SIM-Lock funktioniert nicht mit der neuen Karte, wenn diese in einem anderen Netz läuft.
- Drittanbietersperre und Einstellungen: Sperren und Optionen vom alten Anbieter gelten beim neuen nicht. Richten Sie sie neu ein.
- Mailbox: Die Mailbox des alten Anbieters wird abgeschaltet, gespeicherte Nachrichten gehen verloren.
- eSIM-Profil: Das alte eSIM-Profil nach dem Wechsel vom Gerät löschen, damit es nicht doppelt geführt wird.
Klappt die Mitnahme nicht, ist der neue Anbieter Ihr erster Ansprechpartner, weil er den Vorgang steuert. Bei anhaltenden Problemen helfen die Verbraucherzentralen und die Schlichtungsstelle der Bundesnetzagentur. Mehr dazu im Bereich Rufnummernmitnahme.
Häufige Fragen
Was kostet die Mitnahme von Prepaid zu Prepaid?
Für Verbraucherinnen und Verbraucher nichts. Seit der Änderung des Telekommunikationsgesetzes im Dezember 2021 dürfen weder der alte noch der neue Anbieter dafür ein Entgelt verlangen. Ältere Preislisten mit Portierungsgebühren sind für Verbraucher überholt.
Wie lange dauert die Portierung?
Das hängt vor allem davon ab, wie schnell Sie die Freigabe beim alten Anbieter erteilen und der neue Anbieter den Auftrag weitergibt. In der Praxis sind es oft wenige Werktage, manchmal bis zu zwei Wochen. Am Wechseltag selbst darf die Unterbrechung nach dem Gesetz höchstens einen Tag dauern.
Was ist eine Verzichtserklärung?
Mit der Verzichtserklärung oder Portierungsfreigabe erklären Sie dem alten Anbieter, dass Sie die Nummer zu einem anderen Anbieter mitnehmen wollen. Bei Prepaid erteilen Sie sie meist im Kundenkonto, in der App oder per Formular. Ohne diese Erklärung lehnt der alte Anbieter die Portierung in der Regel ab.
Kann ich die Nummer auch nach der Kündigung noch mitnehmen?
Nach dem Gesetz besteht der Anspruch auf Mitnahme auch noch eine gewisse Zeit nach Vertragsende. Verlassen Sie sich aber nicht darauf. Beantragen Sie die Mitnahme vor oder zusammen mit der Kündigung, sonst riskieren Sie, dass die Nummer gesperrt und später neu vergeben wird.
Weiterlesen
- Rufnummernmitnahme
Ablauf, Kosten und Fristen beim Wechsel mit Nummer: was Prepaid-Kunden anders machen müssen als Vertragskunden und wie das Guthaben nicht verloren geht.
- Guthaben aufladen
Aufladecodes, App, Online-Zahlung und Komfortaufladung im Vergleich, plus was mit Restguthaben passiert, wenn Sie kündigen oder wechseln.
- Karte aktivieren
Warum jede Prepaid-Karte per Ausweis freigeschaltet werden muss, welche Verfahren es gibt und was zu tun ist, wenn die Aktivierung hakt.
Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreiben Sie der Redaktion.